Archiv für Mai 2011

Terminankündigung

Kundgebung gegen Dresdner Zoo

Anlässlich der 150 Jahrfeier des Dresdner Zoos veranstaltet die Tierrechtsgruppe am Sonntag 8.5. & 15.05.2011 von 14 bis 18 Uhr eine Kundgebung, um sowohl einige in den Medien wenig beachteten Teile der Geschichte des Zoos (insbesondere die Völkerschauen) aufzuzeigen, als auch die gegenwärtige Zurschaustellung nichtmenschlicher Wesen zu hinterfragen und zu kritisieren.

Die Mauern, Käfige und Gitter von Zoos sind Sinnbilder für eine Gesellschaftsform, die auf Ausbeutung, Unterdrückung und Unterwerfung aufbaut. Die Gitterstäbe der Zoos stehen für die Gefügigmachung der Natur und ihrer Ausplünderung. Unzählige Individuen fristen als Publikumsattraktion ihr Dasein, können ihre angeborenen, arteigenen Verhaltensweisen kaum ausüben und sind zu bloßen Schauobjekten degradiert. Zoos sind nicht mehr als ein Sinnbild für die als selbstverständlich geltende Herrschaft über nichtmenschliche Tiere.

Das Halten von Tieren im Zoo ist falsch. Die Geschichte des Zoos zeigt, dass in jeder historischen Haltungsform, Tiere immer Opfer waren: Opfer der Geltungssucht, des Machtstrebens und der ökonomischen Interessen des Menschen. Tiere im Zoo wurden ihrer Freiheit und ihres Lebensrechtes beraubt. Deshalb muss diese Form der Gefangenschaft von Tieren abgeschafft werden!

Tiere im Zoo leiden, tagtäglich.

Gerichtsurteil der österreichischen Tierrechts/TierbefreiungsaktivistInnen

02.05.2011

Freispruch im 278a-Prozess

Der §278a-Prozess endete heute mit dem Freispruch aller Angeklagter in
allen Punkten. Nach fast 100 Prozesstagen ist schlussendlich von den
massiven Vorwürfen der Soko und Staatsanwaltschaft nichts übriggeblieben.

Dieses Urteil kann die Repression der letzten drei Jahre nicht ungeschehen
machen. Es ändert nichts daran, dass es nie zur Anklage kommen hätte
dürfen. Das Urteil kann nicht als Beleg für einen „funktionierenden
Rechtsstaat“ aufgefasst werden, ist es doch vielmehr ein Beispiel dafür
wie leicht es für die Behörden ist, trotz nicht vorhandener Beweislage den
Repressionsapparat hochzufahren wenn der politische Wille zur
Kriminalisierung vorhanden ist.

Das Urteil ändert auch nichts am System einer Gesellschaft, in der Gewalt
gegen Tiere alltäglich und gesetzlich gedeckt ist. Einem System, in dem
Polizei und Justiz zunehmend repressiver gegen all jene vorgehen, die sich
der herrschenden Ordnung nicht widerspruchslos anpassen und in dem
Gerichte vielmehr der Machtdemonstration als der neutralen
„Wahrheitsfindung“ dienen.

Deutlich wurde das auch am letzten Prozesstag am Landesgericht Wr.
Neustadt. Die Urteilsverkündung wurde in einen kleinen Saal verlegt, zu
dem offiziell nur die Angeklagten, deren Verteidiger_innen und
Medienvertreter_innen Zugang hatten. Für alle anderen wurde die
Verhandlung auf eine Leinwand im großen Schwurgerichtssaal übertragen.
Gegen diese Einschränkung der Öffentlichkeit wurde mit einem Konfettiregen
auf Richterin und Staatsanwalt und „Wir sind alle 278a“-Parolen
protestiert, was die Polizei mit Gewalt beantwortete. Auch vor dem
Gerichtssaal wurden Demo-Teilnehmer_innen schikaniert: Sowohl Musik als
auch Trommeln wurden von den Polizist_innen für zu laut befunden und
untersagt.