Archiv für November 2011

Solibrunch und Buchvorstellung

Am Sonntag 4.12.11, ab 11 Uhr veranstalten wir unseren diesjährig letzten Solibrunch. Außerdem haben wir AktivistInnen eingeladen, die euch das im Oktober erschiehene Buch, „Human Animal Studies – Über die gesellschaftliche Natur von Mensch-Tier-Verhältnissen“ (Hg. ist der Chimaira Arbeitskreis für Human-Animal Studies ), vorstellen und daraus lesen werden.
Das Verhältnis der Menschen zu den Tieren stellt eine der großen Debatten der Gegenwart dar. Mit dem jungen Forschungsfeld der Human-Animal Studies leisten die Kultur- und Sozialwissenschaften einen wertvollen Beitrag zu dieser Frage und weisen auf die Gesellschaftlichkeit der herrschenden Mensch-Tier-Verhältnisse hin.
Der Band versammelt als eine der ersten deutschsprachigen Veröffentlichungen transdisziplinäre Beiträge, die nicht nur theoretische Fragen der Konstitution von Mensch und Tier erörtern, sondern auch daran anschließende Diskussionen über Geschlecht, Identität und politische Praxis aufzeigen. Thesen bekannter Denker_innen wie Foucault und Haraway sowie aktuelle Ansätze, u.a. aus der Intersektionalitätsforschung und den Queer Studies, werden neu rezipiert und durch eigene theoretische und empirische Analysen ergänzt.

Vortrag: Unity of Oppression und Intersektionalität

Im Rahmen des diesjährigen Umundu-Festival für global nachhaltigen Konsum, vom 10. bis 20. November 2011, organisieren AktivstInnen der Tierrechtsgruppe Dresden einen Vortrag zum Thema „Unity of Oppression/Intersektionalität“.

Mittwoch, 16. November 2011, 18 Uhr, grüne Ecke, Bischofsplatz 6

In den frühen 1990ern hielten in der radikalen Linken, durch den Feminismus angestoßene, Überlegungen über die Mehrfachunterdrückung (durch Sexismus, Rassismus und Kapitalismus) Einzug, die Mitte der 1990er durch die Tierrechtsbewegung um die Kategorie “Spezies” bzw. “Nicht-Mensch” im Unity-of-Oppression-Konzept erweitert wurden. Während dieser Ansatz in den letzten 10 Jahren an Gewicht verloren hat, boomt inzwischen eine ähnlich gelagerte Diskussion in wissenschaftlichen Kreisen, die Parallelen zur Unity-of-Oppression-These der Tierrechtsbewegung aufweist, die Intersektionalität. Dabei geht es um die Analyse von Verbindungen zwischen verschiedenen Formen der Ungleichheit, Benachteiligung und Diskriminierung und deren Einbettung im Kapitalismus. In dieser Veranstaltung soll der Werdegang von Triple Oppression zur Unity of Oppression nachgezeichnet und das Modell der Intersektionalität dargestellt und in Hinblick auf seine Relevanz für die Analyse von Gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnissen ausgeleuchtet werden. Ein mögliches Thema für die anschließende Diskussion könnte etwa die Kontroverse zwischen dem sich als „emanzipatorisch“ bezeichnenden Flügel und dem sogenannten „Hauptsache-Für-Die-Tiere“ oder „Single-Issue“ Flügel der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung sein. Muss die Verwobenheit von Herrschaftsformen wirklich zwingend dazu führen, dass Tierrechtspositionen und Argumentationen immer Gesellschaftskritik betreiben müssen?