Archiv für Februar 2012

Protest gegen Kaufhof in Leipzig, Samstag 25.2.12, 14 bis 17 Uhr

Kurz nach 14 Uhr versammelten sich etwa 15 Menschen in der Leipziger Innenstadt um gegen die Warenhauskette Galeria Kaufhof zu protestieren. Nach deren Wiedereinstieg in den Pelzhandel hatte die „Offensive gegen die Pelzindustrie“ (OGPI) zu Aktionstagen am 24. und 25. Februar aufgerufen, an denen sich die Gruppen alfred* aus Leipzig und die Tierrechtsgruppe Dresden mit dieser Kundgebung beteiligten. Direkt vor dem Eingang, der teilweise während der Aktion von sechs Security-Leuten bewacht wurde, wurden Pelze mit Kunstblut bespritzt und ausgebreitet, Schilder und Transparente gehalten und mit Straßenkreide gemalt. Bei angenehmem Wetter konnte die Aktion, zentral in der Shoppingmeile Leipzigs gelegen, von vielen PassantInnen wahrgenommen werden. So wurden fast 900 Flyer verteilt und viele Unterschriften gesammelt. Neben dem Druck der durch die Aktion auf Kaufhof ausgeübt wurde, konnten so auch viele andere Personen mit dem Problem des Handels mit „Produkten“ aus Tieren und deren Zurichtung zu Waren konfrontiert werden. Der dreistündige Protest wird dem Unternehmen gezeigt haben, dass die Proteste ernst gemeint sind und weitergehen werden, bis es erklärt, endgültig aus dem Handel mit Echtfell auszusteigen. Durch ungewöhnlich viele positive Reaktionen auf der Straße, den Austausch mit interessierten PassantInnen und Leuten, die von der ACTA Demo vorbeischlenderten sowie den AktivistInnen von Leipzig und Dresden untereinander, war die Stimmung sehr gut. Die Aktion insgesamt wurde von allen als positiv bewertet.

Aufruf der OGPI zu Aktionstagen gegen Kaufhof am 24. und 25. Februar

Tierrechtsgruppe Dresden meets alfred* Leipzig

Samstag | 25.02. | 14-18 Uhr
Aktion vor der Kaufhof-Filiale am Neumarkt 1 in der Leipziger Innenstadt

Gemeinsam mit der alfred* Gruppe Leipzig unterstützen wir den Aktionsaufruf der Offensive gegen die Pelzindustrie :
„Die Warenhauskette KAUFHOF hatte 2006 bekannt gegeben, auf die Verwendung von Echtfellprodukten zu verzichten. Während sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren an diese Selbstverpflichtungen hielt, wurden in diesem Winter Kaninchenfelle in den Filialen angeboten. Es handelte sich hierbei nicht um Fehlorderungen oder ähnliches, sondern um die anscheinend bewusste Entscheidung wieder Pelz ins Sortiment mit aufzunehmen. Dies wurde der Offensive gegen die Pelzindustrie in einer Stellungnahme erklärt. Der Konzern macht sich damit erneut zum Erfüllungsgehilfen der Pelzindustrie. Das werden wir nicht akzeptieren. KAUFHOF betreibt in Deutschland über 80 Warenhäuser und ist Teil der Metro AG. Kaufhof erklärte 2006 unmittelbar nach dem Ausstieg von P&C West und P&C Nord den Ausstieg aus dem Pelzhandel. Kaninchenfelle wurden explizit mit eingeschlossen, wie ein Unternehmenssprecher 2007 in einer Stellungnahme an die Offensive ausdrücklich versicherte. Nachdem in diesem Winter Kaninchenfelle im Bekleidungssortiment gefunden wurden, forderte die Offensive gegen die Pelzindustrie in einem Schreiben den Verzicht auf die Verwendung von Echtfellen. Eine Unternehmenssprecherin verteidigte jedoch die Unternehmenspolitik. Kaninchenfell sei ein Abfallprodukt der Fleischproduktion, so die an Zynismus kaum zu übertreffende Begründung für die Beteiligung am Pelzhandel. Die Argumentation, nach der es gerechtfertigt sei, Kaninchenfelle zu nutzen, da die betroffenen Tiere für die Fleischproduktion gehalten und getötet werden, entbehrt nicht nur jeder Grundlage, sondern sie ist im Hinblick auf die Gefangenhaltung und massenhafte Tötung in den „Pelzfarmen“ ein Ausdruck der Verachtung gegenüber nicht-menschlichen Individuen.
Die Offensive gegen die Pelzindustrie ruft daher am 24. und 25. Februar zu Aktionstagen gegen den Pelzverkauf bei KAUFHOF auf. Mit entschlossenen Aktionen werden wir dem Unternehmen eine nicht überhörbare Entscheidungshilfe geben, die Verwendung von Pelzprodukten unverzüglich wieder zurück zu nehmen.
Falls KAUFHOF in den kommenden Wochen keinen uneingeschränkten Verzicht auf Pelzprodukte erklärt, wird das Unternehmen mit langandauernden Protesten rechnen müssen. Wir werden darüber hinaus der gesamten Bekleidungsindustrie unmissverständlich verdeutlichen, dass es eine Beteiligung am Pelzhandel ihrerseits ohne unseren Widerstand nicht geben wird. Die Kampagnen gegen Karstadt, Peek&Cloppenburg und Escada haben gezeigt, dass die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung entschlossen ist, den Pelzhandel ein für alle mal abzuschaffen.“
Für die Befreiung der Tiere!